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Stadt verwaltet 26 Stiftungen - Über 40 Millionen Euro Vermögen

Heilbronn.Zum Jahresende 2009 beträgt das Stiftungsvermögen der Stadt Heilbronn 40,25 Millionen Euro. Die Erträge daraus verwendet die Stadt für kulturelle, soziale und wissenschaftliche Zwecke, so wie es die Stifter vorgeschrieben haben. Die insgesamt 26 Stiftungen können teilweise auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken, aber auch in der heutigen Zeit werden noch Stiftungen gegründet und der Stadt anvertraut. „Bürgerschaftliches Engagement in Form von Stiftungen, Spenden und Mäzenatentum hat in Heilbronn glücklicherweise traditionell einen hohen Stellenwert. Ohne die Zuwendungen von Stiftungen hätten wir in der Vergangenheit manches Vorhaben im kulturellen und sozialen Bereich nicht umsetzen können“, erklärt Erste Bürgermeisterin Margarete Krug. „Selbstverständlich sind uns weitere Spenden und Stiftungen immer willkommen“, wirbt die Finanzdezernentin um Spenden und Zustiftungen.

Älteste und gleichzeitig größte Stiftung ist mit einem Kapital von rund 20,8 Millionen Euro die Spitalstiftung: Sie geht auf die Stiftung des Katharinenhospitals durch den Rat der Stadt Heilbronn im Jahre 1306 zurück. Stiftungszweck ist nach der Stiftungsurkunde die Pflege und Unterstützung armer und kranker Menschen. Die Erträge werden im Sozialhaushalt der Stadt eingesetzt. Zum Stiftungsvermögen gehören nicht nur Kapital, sondern auch zahlreiche Grundstücke insbesondere auf der Gemarkung Neckargartach. Der Besitz von Grund und Boden hat die Spitalstiftung, wie andere Stiftungen auch, über die große Inflation des Jahres 1923 hinweggerettet, die das vorhandene Kapital in kurzer Zeit extrem schrumpfen ließ.

Zweitgrößte Stiftung ist die Becker-Franck-Stiftung mit rund zwölf Millionen Euro Barvermögen. Im Grundbesitz der Stiftung befinden sich auch das Käthchenhaus und die Räume der Tourist-Info an der Kaiserstraße. Die Stiftung hat den Bau der Kindergärten in der Ellwanger Straße, der Staufenbergstraße und im Badener Hof finanziert. Sie werden aus Stiftungserträgen betrieben.

Gemessen am Stiftungskapital an dritter Stelle steht mit 3,8 Millionen Euro die Paul und Anna Göbel-Stiftung zur Förderung von Kultur und Kunst oder der Volksbildung. Im Jahr 2009 wurden unter anderem gefördert: die Veranstaltungen „Heilbronner Sommertheater“ und die Jugendliteraturtage „All you can read“.

Erhebliches Stiftungsvermögen besitzen auch die Alfred-Beck-Stiftung sowie die Link’sche Familienstiftung, die - wie andere städtische Stiftungen auch – mit ihren Erträgen die Altenbetreuung und das Alten- und Pflegeheim Katharinenstift unterstützen.

Nicht immer aber kommen bei einer Stiftung Millionenbeträge zusammen: Gerade rund 500 Euro Kapital weist die „Stiftung der Kameradschaft des ehemaligen Festungspionierstabes 10“ aus; für die Zinsen wird alljährlich ein Kranz gekauft, der am Volkstrauertag an der Ehrentafel der Kameradschaft am Hafenmarkt niedergelegt wird.

Einige Stiftungen unterstützen die Verleihung von Preisen: Dank der Wilhelm-Maybach-Stiftung kann jährlich an der Wilhelm-Maybach-Schule ein Wilhelm-Maybach-Preis vergeben werden, die Erna-Jauer-Herholz-Stiftung finanziert unter anderem Schülerpreise an der Gustav-von-Schmoller-Schule.

Ein besonderes Schicksal erfuhr die Achtung’sche Stiftung: Das Ehepaar Achtung hat im 19. Jahrhundert der Stadt ihr ganzes Vermögen als Stiftung für wohltätige Zwecke vermacht. Zum Vermögen gehören große Grundstücksflächen im sachsen-anhaltinischen Aschersleben. Aus dem Geldvermögen wurde 1891 ein Schwimmbad gebaut, das zu DDR-Zeiten enteignet wurde; seit den 60er Jahren blieben auch Nachrichten über die finanzielle Entwicklung der Liegenschaften aus. 1990 hat die Stadt Heilbronn ihre Eigentumsrechte erneut angemeldet, die Pachtgelder kommen dem Sozialhaushalt zu Gute.

Im Jahr 1996 wurde von Ursula Niethammer, der Frau des 1996 verstorbenen Heilbronner Ehrenbürgers Friedrich Niethammer, zur Verbesserung der Lebenssituation von Heilbronner Kindern die Friedrich-Niethammer-Stiftung eingerichtet. Bei Gründung der Stiftung betrug das Kapital 21 353 Euro, heute sind es schon 233 575 Euro, nicht zuletzt wegen hoher Einzelspenden. Die Stiftung wird auch unterstützt durch Bußgeldzuweisungen der Staatsanwaltschaft Heilbronn und der Gerichte. Gefördert wurde 2008/2009 das Projekt „Südstadtkids“ mit insgesamt 30 000 Euro. Die Volkshochschule Heilbronn hat Unterstützung für eine Weiterbildungsinitiative für Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Einkommen erhalten.

Jüngste Stiftung der Stadt ist die im Jahr 2006 gegründete Dr. Annette Fuchs-Stiftung. Sie wurde von Emilie Fuchs, der Witwe des früheren Sozial- und Kulturbürgermeisters Erwin Fuchs zum Gedenken an die verstorbene Tochter Annette ins Leben gerufen. Das 2006 gegebene Grundkapital wurde durch weitere großzügige Spenden von Emilie Fuchs auf 220 000 Euro aufgestockt. Mit den Erträgen werden Kinder aus dem Stadtkreis Heilbronn, die gesundheitlich oder in ihrer Entwicklung gestört sind, gefördert.

Zusätzlich zu den Stiftungsmitteln verwaltet die Stadt Gelder aus dem Nachlass der Heilbronnerin Irmingard Wild. Aus ihrem Vermögen fließen mehr als 730 000 Euro in den vom Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossenen Bau und den Betrieb des Early Excellence Centers in der Olgakrippe.
Mitteilung von :
Pressestelle der Stadt Heilbronn
Marktplatz 7
74072 Heilbronn
Tel: 07131/562288
Fax: 07131/563169

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